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AfL Niedersachsen e.V.

Als Forstunternehmer liquide bleiben

Die AfL Mietkauf & Leasing GmbH & Co. KG ist eine Kooperation des Verbandes der niedersächsischen forstlichen Lohnunternehmer und der SüdLeasing. Welche Vorteile man den forsttechnischen Betrieben bieten und damit zusätzlich den beruflichen Nachwuchs fördern will, schildert der nachfolgende Bericht. Skidder - Eilbote „Die Perspektive der forstwirtschaftlichen Lohnunternehmen ist nicht schlecht“, so Hans-Jürgen Narjes, Vorsitzender des Deutschen Forstunternehmer-Verbandes e.V. (DFUV e.V.) und Vorsitzender der niedersächsischen forstlichen Lohnunternehmer. Dennoch sieht er mit dem Blick in die Zukunft seiner Branche unter anderem zwei Probleme, die auf seine Mitgliedsbetriebe zukommen. Zum Einen ist das der hohe mechanisierungsgrad der Betriebe, der die Liquidität beansprucht, zum Anderen der Bedarf an qualifiziertem Berufsnachwuchs, der in der Lage ist, die komplexe Technik im Forst fachgerecht zu bedienen.

Zur Mechanisierung: Bundesweit sind rund 2.500 forstwirtschaftliche Lohnunternehmen in der Holzernte und Holzlogistik tätig. Narjes schätzt den Bestand an Harvestern auf 1.000 Einheiten, die Forwarder auf rund 3.000 Einheiten. Dabei ist der Mechanisierungsgrad in Niedersachsen am höchsten. Hier werden allein von 60 Betrieben 145 Harvester für den Holzeinschlag eingesetzt. Ein Harvester kostet neu je nach Leistung und Ausrüstung 250.000,– bis 400.000,– Euro. Ein Forwarder schlägt bei der Neuanschaffung immerhin mit 170.000,– bis 230.000,– Euro zu Buche. Die nach der AfA-Tabelle vorgegebene Abschreibungszeit beträgt sechs Jahre. Erfahrungsgemäß werden die Maschinen auch mindestens solange genutzt. Im stärkeren Maße ist von den Lohnunternehmer heute auch die komplette Logistikkette bis zur holzverarbeitenden Fabrik gefragt, d.h. diese Betriebe müssen zusätzlich in Lkw mit den erforderlichen Spezialaufbauten zum Holztransport investieren. Erfolgreich im Markt ist nur, wer mit höchster Produktivität arbeitet, das bedeutet 2.000 Arbeitsstunden jährlich für einen Harvester sind Minimum, Umsetzzeiten nicht einberechnet. „Um das Potenzial der Maschinen auszuschöpfen, ist ein Mehrschichtbetrieb sinnvoll“, erläutert Narjes. Um dies sicherzustellen, ist Personal vorzuhalten. „Hier sehen wir uns einem wachsenden Bedarf gegenüber.“ Gesucht werden technisch versierte Maschinenführer, die souverän ihr Gerät bedienen können. Die Arbeitsgemeinschaft der forstwirtschaftlichen Lohnunternehmer in Niedersachsen (AfL) sieht in der Mitarbeiterschulung eine ihrer Kernaufgaben, denn der Personalbedarf wird in Zukunft, so Narjes Prognose, ansteigen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe
Der wachsende Kapital- und Personalbedarf der Mitgliedsbetriebe führte zur Gründung der AfL Mietkauf & Leasing GmbH & Co. KG, einer Finanzierungsgesellschaft, die vor gut einem Jahr gemeinsam mit der SüdLeasing gegründet wurde. „Viele Finanzierungen im Lohnunternehmerbereich laufen über die Hausbanken. Dazu wollen wir eine Alternative bieten“, erklärt Günter Habichthorst von der SüdLeasing HamburgBremenHannover GmbH. Zudem handele es sich im Vergleich z.B. zur Landtechnik bei der Forsttechnik um geringere Maschinenzahlen und sehr spezialisierte Technikanbieter, die über keine eigenen Finanzierungsgesellschaften verfügen. Die SüdLeasing ist eine Tochtergesellschaft der Landesbank Baden Württemberg. Sie wickelt jährlich ein Neugeschäft in Höhe von rund 3 Mrd. Euro ab. Bereits seit mehreren Jahren ist man in der Finanzierung von Forsttechnik aktiv, mit der Gründung der AfL Mietkauf & Leasing hat man diese Kompetenzen unter diesem Dach gebündelt. Drei Kundenbetreuer in Bremen, Rostock und Aschersleben haben sich auf Forstmaschinenfinanzierungen spezialisiert und kennen sich, so Habichthorst, mit der Branche und Technik aus.
Ob Leasing oder Mietkauf, auch als Kauf mit Ratenzahlung bezeichnet, das Richtige für Forstunternehmer ist, entscheidet sich im Beratungsgespräch. Bei der Vertragsgestaltung sind auch saisonspezifische Anpassungen in individuell berechneten Zahlungsplänen möglich. Gerade mit diesen branchenindividuellen Lösungen, will man sich von den größten Wettbewerbern, den Hausbanken, abheben. „Unsere Laufzeiten und Tilgungsbedingungen sind durch unsere Marktkenntnisse auf die Wertentwicklung der Maschine abgestimmt“, erläutert Habichthorst.
So sollte z.B. eine degressive Ratenzahlung vereinbart werden, die den mit zunehmendem Alter der Maschinen steigenden Reparaturaufwand auffängt. Das führe bei betriebswirtschaftlicher Betrachtung nicht zur Kostenprogression bei älter werdenden Maschinen. „Längere Kreditlaufzeiten als die voraussichtliche Nutzungsdauer verringern zwar die monatliche Belastung auf dem Papier, gehen jedoch an der Praxis des Betriebes vorbei“, so der Finanzierungsexperte. Die nach dem Leasinggesetz von 1972 befristete Leasingvertragsdauer beträgt 64 Monate, bei Mietkauf sind die Laufzeiten frei wählbar und auch längere Laufzeiten möglich. Die durchschnittliche Laufzeit bei Finanzierungsgeschäften mit Forsttechnik betrage 5,5 Jahre, dabei teile sich das Spektrum zu 50 Prozent Mietkauf und 50 Prozent Leasing auf. Neben bilanz- und steuerrechtlichen Vorteilen seiner Finanzierungsform zählt Habichthorst auch die Art der Besicherung als weiteres Plus auf. Die eingesetzte Maschine diene als einzige Sicherheit, Grundpfandrechte oder andere Zusatzsicherheiten seien nicht erforderlich. Habichthorst: „Wir bieten dem Unternehmer freies, rasch verfügbares Kapital, dass ihm im Wettbewerb beweglicher macht – ohne den ständigen Blick auf eine straff ausgelegte Kreditlinie auf dem Konto.“ Finanzierungsangebote verschiedener Anbieter sollte man daher intensiv miteinander vergleichen, es komme nicht nur auf das letzte halbe Prozent im Zinssatz, sondern auf viele weitere Faktoren an. Hier dürfe man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die langfristige finanzielle Unabhängigkeit sei mehr Wert als ein kurzfristiger Zinsvorteil.

G. Habichthorst, H.-J. Narjes - Eilbote    G. Habichthorst, H.-J. Narjes

Aber was hat das Finanzierungsgeschäft nun mit der Qualifizierung des Berufsnachwuchses zu tun? Hans-Jürgen Narjes: „Der Reingewinn der AfL Mietkauf & Leasing fließt in den Topf des Qualifizierungsfonts unseres Verbandes“. Dieses spezielle niedersächsische Ausbildungsprogramm kann auch von Lohnunternehmern in anderen Bundesländern genutzt werden, genauso wie die Finanzierungsangebote bundesweit, außer in Baden Württemberg, allen forstwirtschaftlichen Lohnunternehmern auch ohne Verbandsmitgliedschaft offen stehen. Weiterhin wird auf Wunsch eine gesonderte Maschinenbruchversicherung nach ABMG 92 ohne Ausschlüsse angeboten. Bisher, nach gut einem Jahr, erreichte die AfL Leasing & Mietkauf einen Neumaschinenumsatz von rund 4 Mio. Euro. „Die forstwirtschaftlichen Lohnunternehmer sind noch eine sehr junge Branche. Mit unserem Angebot stehen wir erst am Anfang“, ist Hans-Jürgen Narjes optimistisch für die weitere Entwicklung der AfL-Kooperation.

  Kontakt: AfL Mietkauf & Leasing GmbH & Co. KG, Hotline: (01805) 83 24 56

Bernd Pawelzik

Quelle: EILBOTE 40/2004     www.eilbote-online.de