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AfL Niedersachsen e.V.

Forstpolitik 2003

Forstmaschinen - Förderung

Eine Stellungnahme der AfL Niedersachsen e.V.

Über den Sinn und Unsinn der Forstmaschinenförderung kann unterschiedlicher Meinung sein.
Die einen lehnen die Forstmaschinenförderung aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich ab, die anderen erhoffen sich dadurch einen Ausgleich für standörtliche Nachteile.

Der eigentliche Sinn der Forstmaschinenförderung war/ ist, besonders in den Neuen Bundesländern, den Forstunternehmer mit neuer Forsttechnik auszustatten und die Eigenkapitalbelastung zu minimieren und ein Betriebskapitalpolster aufzubauen.

In der Praxis führt die Forstmaschinenförderung zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, die durch Folgende Punkte verursacht werden.

  1. Die Maschinenarbeitsstunde wird unkorrekter Weise nur mit dem Eigenkapitalanteil der Beschaffungskosten kalkuliert.
    Siehe auch: Forst & Technik 1/2003 Beitrag:
    Mobilseilkran-Prozessor-Kombination auf Forwarder, S. 8
    „Unter Einbindung der gewährten EU-Fördermittel von 37 % der Anschaffungskosten verringern sich die Systemkosten auf 130,– €." -
    Prof. W. Denninger / D. Vetter
    (Ist das seriöse Wissenschaft ?)
  2. Eine unrealistisch niedrige Zinslast.
Die Folgen solcher förderungsbedingten Dumpingpreise sind:
  • Ein Preisrutsch bei den gesamten Dienstleistungsarbeiten. (forstpolitisch gewollt ??)
  • Die negativen Folgen für die geförderte Region wird erst bei einer Neubeschaffung, wenn keine Fördergelder mehr zur Verfügung stehen und die Eigenkapitalbildung durch Preisdumping nicht erfolgt ist.
  • Unverantwortbare Wettbewerbsverzerrungen durch geförderte Forstmaschinen, die in Gebieten ohne Förderung eingesetzt werden. (Starke Neid-Effekte !)
  • Missbrauch der Fördergelder durch „Filialen" von Firmen aus nicht geförderten Bundesländern.
  • Einstieg unqulifiziertem Personals in die Selbstständigkeit.
Die Forstmaschinenförderung schadet durch die Wettbewerbsverzerrung allen Forstunternehmern mehr als sie nützt !

Eine sinnvolle Förderung sind u. a. :

  • Kreditabsicherung durch eine Bürgschaftsbank
  • fachlich versierte Finanzierung- oder Leasingbanken
  • Beibehaltung der freihändigen Auftragsvergabe
  • Eine seriöse Vergabepraxis, die nicht nach dem niedrigsten Preis geht, sondern die technischen- und sozialen Mindesstandarts fördert und berücksichtigt.
    (Unterstützt durch Zertifizierung !?)
  • Eine Auftragsvergabe von großen Losen für einen Zeitraum bis zu einem Jahr.
  • Abbau der vielen Schnittstellen, z. B. in der Holzerntekette.
Eine gute Maschinenauslastung
ist bei diesen Spezialmaschinen wichtiger als der Kaufpreis.
  • Vermeidung des Unternehmer-Tourismus durch eine regional begrenzte Vergabepraxis
  • Stärkung des ländlichen Raum und des regionalen Arbeitsmarktes
  • Bevorzugung von ortsansässigen, revierkundigen Forstunternehmern
  • Minimierung von Maschinen-Umsetzzeiten durch eine weitreichende Bewirtschaftung- und Einschlagsplanug.
    (Blockbildung, möglichst besitzübergreifend !!)
Gute Rahmenbedingungen sind die beste Förderung !