Wenn Sie diese Seite direkt aufgerufen haben, kommen Sie hier zur Startseite der AfL Niedersachsen e.V. und erhalten dort weitergehende Informationen.


 
AfL Niedersachsen e.V.

 

virtueller Wald in einer begehbaren 3-D-Panoramaprojektion
Institut für Forstliche Arbeitswissenschaft und
Verfahrenstechnologie der Universität Göttingen

Leiter: Prof. Dr. H. Jacke

Pressenotiz

Harvestereinsätze im virtuellen Kiefernwald

Über ein Dutzend Harvesterfahrer aus niedersächsischen AfL-Unternehmen und dem Stützpunktforstamt Unterlüß durchforsteten am 18.08.2007 einen virtuellen Kiefernwald in der Panoramaprojektion des RIF e.V. in Dortmund.

Das Institut für Forstliche Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie der Georg-August-Universität Göttingen (ifa) hat gemeinsam mit dem Institut für Mensch-Maschine-Interaktion der RWTH Aachen (MMI, Leiter: Prof. Dr. J. Rossmann) und der Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung (RIF) e. V., eine weitere Anwendung des im Mai diesen Jahres eröffneten „Virtuellen Waldes“ umgesetzt. Alle Bäume eines Kiefernbestandes des niedersächsischen Forstamtes Unterlüß wurden auf Basis detaillierter Aufnahmen mit Methoden der Robotik modelliert und in eine begehbare 3-D-Panoramaprojektion überführt.
Virtueller Wald - Foto: Arno Bücken
Foto: Arno Bücken, RWTH Aachen

Der Versuchsansatz ist Bestandteil des vom BMBF geförderten Projektes Delegation von Durchforstungsentscheidungen – Analyse arbeitswirtschaftlicher, physiologischer und psychologischer Konsequenzen (Delegation) aus dem Verbund Einbindung von klein- und mittelständischen Forstunternehmern in branchenübergreifende Wertschöpfungsketten (www.kmu-forstunternehmen.de). Das Projekt zielt auf die Abschätzung der Konsequenzen, die mit dem Verzicht auf eine Auszeichnung bei der hochmechanisierten Holzernte einhergehen.

Bereits im vergangenen Jahr erfolgte hierzu eine Vergleichsauszeichnung zwischen niedersächsischen Forstbeamten und Harvesterfahrern im realen Kiefernwald in Unterlüß. Hierbei gaben jedoch zahlreiche Bediener von Harvestern an, dass die Auszeichnung „zu Fuß“ ihren Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag nicht gerecht werde und eine Durchforstungsentscheidung aus der Kabine leichter fallen würde. Diese Aspekte wurden nun im 360°-Simulator untersucht. In der Simulationsumgebung hatten die Harvesterfahrer die Möglichkeit den Bestand von der Rückegasse aus mit dem simulierten Blick aus einer Harvesterkabine zu durchforsten. Die Realitätsnähe der Kiefern beeindruckte die Vielzahl der Probanden, da sowohl Krümmungen, Kronenformen sowie viele weitere Parameter in der Simulation Berücksichtigung fanden.

Während der virtuellen Durchforstung des einzelnen Harvesterfahrers nahmen die übrigen Probanden an einer Schulung teil. Roland Scholl von der Wahlers Forsttechnik GmbH klärte gemeinsam mit den Harvesterpiloten Fragen aus deren Arbeitsalltag. So wurden Einstellungen einzelner Komponenten, Tipps zur optimierten Steuerung sowie Neuigkeiten aus dem Hause Ponsse erläutert und intensiv mit den Anwesenden diskutiert.

Im Herbst diesen Jahres folgen im Projekt Delegation praktische Durchforstungsversuche auf insgesamt 80 ha. Sechs Harvesterfahrer werden dabei verschiedene Parzellen mit unterschiedlichen Auszeichnungen durchforsten. Neben den waldbaulichen Aspekten der Entnahmeentscheidung werden hierbei ökonomische, ergonomische sowie ökologische Kriterien vor allem der extensivsten Auszeichnungsvariante (ohne Markierungen) untersucht.

Kontakt: Dr. Dirk Drewes –
Institut für Forstliche Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie der Georg-August-Universität Göttingen
;
Büsgenweg 4; D-37077 Göttingen
Tel.:(0551) 39-3524; Fax:(0551) 39-3510
E-Mail: ddrewes@gwdg.de;
www: www.uni-forst.gwdg.de/forst/iwf/index.html