Dank der Vielzahl der untersuchten Proben können wir folgende repräsentative Aussagen machen:
- Mehrbereichs-Motorenöle SAE 10W40 und SAE 15W40 sind entwickelt für den Einsatz als Motorenöl. In Hydraulikanlagen verhalten sie sich nicht optimal. -> Begründung
- Einbereichs-Motorenöle schneiden, besonders wenn sie als Erstfüllöle konzipiert sind, deutlich besser ab als die Mehrbereichs-Motorenöle. -> Begründung
- HLP- und HVLP-Hydrauliköle wurden vornehmlich für Industriehydrauliken mit Ölwechselzeiten von mehr als 5.000 Bh entworfen. Sie lassen sich länger problemlos einsetzen als Motorenöle. -> Begründung
- Synthetische Bioöle auf Basis gesättigter Ester verhalten sich, nicht zuletzt aufgrund der für diese teuren Öle verbesserte Ölpflege, am besten, wenn bei der Umölung der Rest-Mineralölanteil von weniger als 2 % erreicht wird. -> Begründung
Diese Aussagen lassen sich begründen.
- Mehrbereichs-Motorenöle verhalten sich in Hydrauliksystemen eher negativ. Sie enthalten einen einen Additiv-Anteil von bis zu 25 % zur Verbesserung der Mehrbereichscharakteristik und der motorischen Eigenschaften. Beim Einsatz in einer Hydraulik stimmt zunächst die Viskosität, aber nach relativ kurzer Betriebszeit von weinger als 1.000 Bh sind die VI-Verbesserer so zerstört, dass der ursprügliche Mehrbereichs-Charakter des Öls nicht mehr vorhanden ist. Die Bruchstücke der zerscherten Moleküle verstärken den Prozess der Alterung, verursachen klebrige Rückstände und verschlechtern das Luftabgabevermögen. Das Öl kann innerhalb kurzer Zeit eine schwarze Farbe annehmen. Es drohen Schäden durch Kavitation. Umfassende Informationen zur Problematik „Schwarzes Öl und Dieseleffekt" im ÖlChecker Frühjahr 2000, Seite 4.
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- Einbereichs-Motorenöle verhalten sich ähnlich wie detergierende HLPD-Hydrauliköle. Sie enthalten ein für Motorenöle entwickeltes Additivpaket. Der hohe Anteil von Reinigungs- und Schmutztragewirkstoffen wird für Hydrauliken nicht benötigt. Problematisch werden diese Öle, weil die Zusätze das Luftabgabeverhalten bereits nach kurzer Zeit so beeinträchtigen, dass das Risiko für Kavitationsschäden erheblich ansteigt und Dichtungsprobleme durch den Dieseleffekt vergrößert werden.
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- HLP-Industriehydrauliköle sind für den Langzeiteinsatz in Hydrauliken konzipiert. Sie enthalten genau das richtige Grundöl und einen ausgewählten Additiv-Cocktail. Wir raten aber davon ab, moderne zinkfreie Hydrauliköle HLP zu verwenden, weil diese umweltschonenderen Flüssigkeiten meist nicht mit dem zinkhaltigen Erstfüllöl oder auch nicht mit zinkhaltigen HLP-Ölen verträglich sind. Schlammartige Ausfällungen der Zinkhaltigen Reaktionsprodukte verlegen oft Filter oder sind Ursache für Kavitation.
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- Die beste Performance in Baumaschinen zeigen Bio-Hydrauliköle auf der Basis gesättigter Ester.
Durch ein natürliches EP-Verfahren werden nur wenig Additive (meist auf Schwefel-Phosphor-Basis) benötigt. Durch polare Eigenschaften tritt weniger Ruckgleiten und Quietschen auf. Die Dicht- und Führungsringe in den Zylindern bleiben länger elastisch. Durch die feinere Filtration, die sich in einer besseren Reinheitsklasse zeigt, und den größeren Pflegeaufwand, der betrieben wird, weil Bioöle relativ teuer sind, können sie oft bis zu 10.000 Bh als Lebensdauerfüllung eingesetzt werden.
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Doch für welchen Öltyp Sie sich langfristig entscheiden, bitte beachten Sie während der Garantiezeit unbedingt die Vorschriften des Anlagenherstellers und kontrollieren Sie anhand der Analysen, ob wirklich noch das Öl im Einsatz ist, das Sie vorgesehen haben !
WEARCHECK
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